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Historie der Tennisabteilung - Peter Schlösser

Die Tennisanlage des SV Blau-Weiß Hand an der Paffrather Mühle

- Die Entstehungsgeschichte von 1975 bis 1988

Vorbemerkung


Meine Archivunterlagen über die Tennisabteilung des SV Blau Weiß Hand beginnen im Jahre 1975 und enden 1983, beschäftigen sich also mit den ersten acht Jahren seit der Gründung der Abteilung. In dieser Zeit haben sich bei mir angesammelt:

Rund 300 Dias über die Entstehungsgeschichte der Tennisanlage an der Paffrather Mühle; dazu noch einmal knapp 200 Dias über Spielen, Freuen und Feiern, ebenso zwei gefüllt Ordner mit diversen schriftlichen Informationen zum Thema „Hander Tennis“.

Die Gründerzeit - 1975


Die Gründerzeit, hierzu liegt mir kein Bildmaterial vor, habe ich so erlebt:

Die grandiosen Wimbledonerfolge des legendären schwedischen Tennisstars Björn Borg hatten mich animiert, mich näher mit dem Tennissport zu beschäftigen. Meine Bemühungen gipfelten in dem eigentlich logischen Wunsch, Tennis zu spielen. Eine Presseinformation aus dem Jahre 1975 berichtete über einen Aufruf der „Tennisfreunde 75“ zur Gründung eines Vereins. Mein etwas zögerliches Verhalten garantierte mir schließlich nur die Aufnahme in eine Warteliste. Da ich aber Tennisspielen wollte, war das für mich kein Angebot. Als einige Wochen später eine weitere Presseinformation veröffentlicht wurde – diesmal eine des SV Blau Weiß Hand, ließ ich keine Minute verstreichen. Ich wählte unverzüglich die angegebene Kontaktrufnummer und hatte in der Leitung Jochen Scholtis, den späteren und ersten Tennis-Abteilungsleiter.

Die Gründungsambitionen eines Jochen Scholtis lassen sich wie folgt beschreiben:

Damals, also 1975, schwang Jochen Scholtis sein Racket noch im benachbarten Dellbrück. Die ständige Fahrerei wurde ihm von Tag zu Tag lästiger und so nahmen seine Überlegungen, in Hand/Paffrath einen Tennisclub ins Leben zu rufen, immer konkretere Formen an. Erste Gespräche bei Franz-Josef Blum, dem damaligen Vorsitzenden des SV Blau-Weiss Hand, und dem städtischen Sportamt riefen zunächst Erstaunen hervor. Dieser „Sprung ins kalte Wasser“ war ausschlaggebend dafür, dass sich Jochen Scholtis zur unnachgiebigen Triebfeder entwickelte.

Zur Gründungsversammlung in der Diepeschrather Mühle im Jahre 1975 wusste Scholtis 40 Tennisinteressierte zu begeistern. Nach Presseaufrufen fand sich bald eine 100-köpfige Abteilung zusammen, zu der auch ich gehörte.

Am Ahornweg begann die Tennisspielerei der Hander – 1976


Nach der Gründungsversammlung war erst einmal eine Denkpause angesagt. Der Winter 1975/1976 verstrich. Aber im Frühjahr 1976 machte die junge Tennisabteilung Ernst mit ihren ersten Gehversuchen und das auf der städtischen Sportanlage des Schulzentrums Ahornweg.

Eine kurze Beschreibung:

Zwischen Schule und altem Bahndamm befand und befindet sich auch noch heute ein großes Sportfeld mit gummierter Oberfläche. Drei Tennisfelder waren markiert. Abgrenzungen untereinander gab es nicht. An den Kopfseiten gab es riesige Auslaufflächen. Ein vierter Platz war auch noch im Angebot, aber hier landeten die Bälle regelmäßig in der dort angrenzenden städtischen Notunterkunft. Für lauffaule Spieler war das überhaupt nichts. Wohl aber für uns Hander Tennisverrückte.

Einige Erinnerungen und Besonderheiten:

Natürlich kannten sich alle 100 Mitglieder persönlich. Das Feiern geriet zu einer Art Dauerbeschäftigung. Kein Neuling musste sich schämen. Er fiel nämlich gar nicht auf, da wir alle nicht spielen konnten. Ganz subjektiv meinten wir natürlich, schon Experten zu sein. Das waren im ersten Jahr – also 1976 – bei den Damen Heidi Ruppel und bei den Herren Udo Post als erste Vereinsmeister.

Auch Medenspiele waren bereits angesagt. Die Hander Tennisherren traten auf dem Ahornweg zur ersten Begegnung gegen eine Siegburger Mannschaft an. Da gab es noch für jede Begegnung ein Schiedsgericht, das auf einer wackeligen Tisch-Stuhl-Kombination thronte, um seiner verantwortungsvollen Aufgabe auch gerecht zu werden. „Das ist so üblich“, meinte man in Hand. Was der Gast aus Siegburg vermisste, war eine ordentliche Bewirtung. „Das ist nicht üblich“, meinte man in Hand. Siegburg zeigte sich als guter Gast, organisierte auf die Schnelle kühles Bier und lud die ach so geplagten Gastgeber zur Runde ein. Aller Anfang war halt schwer.

Nächste Station waren die Plätze der IGP in Paffrath – 1978


Der Weg von Paffrath/Hand nach Gronau zum Ahornweg war lästig. So war die junge Tennisabteilung glücklich, dass ihr die Stadt 1978 die drei Tennisplätze an der IGP, im Volksmund auch Gummiplätze genannt, für den Spielbetrieb zur Verfügung stelle. Damit lag unser Tennisrefugium mitten im Wohnumfeld der meisten von uns. Manche hatten sogar Sichtverbindung. Tennis wurde fortan an 365 Tagen im Jahr gespielt, jedenfalls von den Nimmersatten. Selbst verschlossene Türen zur Anlage hinterten die „Süchtigsten“ nicht daran, das Racket zu schwingen. Da wurden bis zu drei Meter hohe Umgrenzungszäune einfach überklettert.

Schließlich gibt es noch ein Zeitdokument aus jener Zeit. 1979 hielt Manfred Selge, damals Sportmoderator bei „Sport im Westen“ (WDR) und natürlich auch aktives Tennismitglied sämtliche Einzelfinals in voller Länge per Kamera auf Video fest. Dafür wurde eigens auf der Kopfseite des Courts ein Gerüst installiert, und die Show konnte steigen.

Und es gibt noch ein weiteres Zeitdokument, nämlich Bilder vom ersten Kinderfest.

September 1979

Ich zitiere aus dem Protokoll der damaligen Mitgliederversammlung: „Das Jahr 1979 soll für unsere Tennisabteilung – inzwischen 300 Mitglieder stark – noch von besonderer Bedeutung werden, denn der Planungsstand rechtfertigt die Annahme, dass wir schon im Herbst mit dem Ausbau von neun Tennisplätzen nahe der Paffrather Mühle beginnen können, die dann zum Saisonstart 1980 fertiggestellt sein sollen.“

An diese Stelle müsste sich eigentlich eine vielseitige Ausführung anschließen, die sich alleine mit zwei Personen beschäftigt, nämlich Jochen Scholtis und Helmut Ruppel. Nur den beiden hat es der SV Blau Weiß Hand zu verdanken, dass heute an der Paffrather Mühle Tennis gespielt werden kann. Oder anders ausgedrückt: Ohne die beiden würde es eine Hander Tennisanlage an der Paffrather Mühle heute nicht geben.

Die eigene Tennisanlage in Sichtweite – 1980


Im Oktober 1979 fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Äußere Voraussetzung war städtisches Entgegenkommen, nämlich eine 16.000 m² große Fläche gegenüber der historischen Paffrather Mühle anzupachten. Aber dann ging es zur Sache, zum Leidwesen von Landwirt Küpper, der sich von seinen Obstbäumen, den saftigen Wiesen und den stur dreinschauenden Wiederkäuern trennen musste. Sie zierten nämlich das Areal, als noch niemand an den Bau einer Tennisanlage dachte.

Am Anfang aller Entwicklung erwies sich besagte Obstwiese als erstes Hindernis. Bevor die schweren Räumfahrzeuge anrücken konnten, war Holzfällen angesagt. Und dann geschah aus heutiger Sicht der große Umweltfrevel: Die üppigen Baumkronen und das schwere geäst mussten beseitigt werden. Bei bitterkalten Temperaturen kam die große Abbrennaktion gerade richtig. Immer dabei Helmut Ruppel und Jochen Scholtis. Leider erreichte unser Großfeuer nie das gewünschte Volumen. Das Holz war zu frisch. Und so wurde diese Aktion speziell für Helmut Ruppel zu einem langen Tag und einer noch längeren Nacht. Er hatte die Nachtwache übernommen.


Jetzt aber war der Weg frei für das schwere Gerät. Grasnarben wurden abgehoben, huntere von m³ Erde beiseite geschafft. Damals im Winter 1979/1980 machte uns der schwere Boden sehr zu schaffen. Um die Räumfahrzeuge überhaupt einsetzen zu können, mussten von Hand mit Schaufel und Spitzhacke Entwässerungsgräben gelegt werden, damit das stehende Regenwasser abfließen konnte. Die Anlage versank sozusagen im Morast, und Abhilfe schufen die Muskelkräfte aus der Tennismitgliederschaft. Was folgte waren zig Meter Leerrohre, Drainagen, und Schotter, Schotter, Schotter als Unterbau.


Eine alte Remise der Paffrather Mühle begrenzte vorübergehend die Plätze sechs bis neun. Aber ihre Tage waren gezählt. Nach starken Regen- und Schneefällen fällt sie in sich zusammen und begräbt unter sich die hier zwischengelagerten Spinde für das spätere Umkleidegebäude. Sie konnten nur mit großem körperlichen Einsatz und Gefahren geborgen werden.

Der Bau der Grillhütte

Bisher wurde nur unter bzw. auf Platzniveau gearbeitet. Was uns fehlte – vor allem während der Butterbrots- und Bierpausen – war ein Dach über dem Kopf. Also entstand eine Baustelle in der Baustelle direkt neben unserem feudalen Gärtchen zur Errichtung einer Grillhütte. Walter Müller, Rolf Menzel und Karl-Heinz Spitzlei standen Pate für Planung und Ausbau, ohne Pläne versteht sich. Ihr Ziel: Hier sollte Paffraths längste Theke entstehen. Je schneller die Hütte wuchs, je mehr Helfer rückten an. Und da viele Köche bekanntlich den Brei verderben, hatte die neue Grillhütte plötzlich einen Schönheitsfehler. Denn nach dem Verlegen des Verbundsteinpflasters schlugen wir uns am Dach der Hütte die Köpfe ein. Die Rinnen waren zu niedrig gehalten. Gut, dass die Abteilung einen findigen Schlosser hatte. Gerd Kombüchen fand den Ausweg. Mit überdimensioniertem Wagenheber wurde das komplette Dach angehoben und mit Sockeln aus Eisenbahndielen unterlegt. Seitdem stoßen sich nur noch die mit Gardemaß die Köpfe.

Fünf Plätze sind fertig – im Mai 1980


Im Mai 1980 erntete die Tennisabteilung die ersten Früchte mühevoller Arbeit – gemeint waren die ersten fünf Plätze (2, 3, 4, 5 und 6), die ab sofort für den Spielbetrieb freigegeben wurden. Der erste Bauabschnitt war vollendet. 600.000 DM waren „verbraten“. Inzwischen war die Abteilung auf 400 Mitglieder angewachsen. Je drei Damen- und Herrenmannschaften sowie zwei Jugendmannschaften stiegen in die Medenspiele ein.

 

 
   

 

Ach ja, und das waren ja noch die vier vierzehn Meter hohen Flutlichtmasten, die uns im Oktober 1980 große Kopfschmerzen bereiteten. Für einen Einbau am 21. Oktober war der Einsatz eines Kranwagens nicht mehr möglich. Denn: Die Tennisplätze waren fertig bespielbar und vollständig umzäunt. Gelöst wurde das Problem trotzdem, nämlich mit einem Hubschrauber, der die jeweils 350 Kilogramm schweren Masten in Windeseile aufrichtete und einsetzte. Kosten: 2.000 DM.

Die offizielle Einweihung der Außenanlage

Die Konturen einer der schönsten Tennisanlagen innerhalb des Stadtgebietes und der rheinisch bergischen Region wurden von Tag zu Tag deutlicher, getragen von beispielhafter Eigenleistung. Samstag für Samstag plagten sich die „Sportler und Sportlerinnen in Weiß“, um mit der so „billigen“ Muskelkraft voranzukommen. Im Juni 1981 fieberten nun schon 450 Mitglieder der offiziellen Einweihung entgegen: am Sonntag, dem 28. Juni 1981.

Jetzt waren 750.000 DM verbaut, und der dritte Bauabschnitt war bereits im Rohbau, das Umkleidehaus, mit Jugendraum und sanitären Einrichtungen. Es sollte mit weiteren 300.000 DM die erste Million vollmachen. Auch hierzu gibt es bemerkenswertes zu berichten: nämlich sieben bis heute unaufgeklärte Einbrüche, über die die Ortspresse am 16. Januar 1982 groß berichtete. Was folgte, war der Einbau von Sperrgittern über allen Lichtkuppeln. Denn hierüber waren die Einbrecher eingestiegen.

Der SV Blau Weiß Hand baut seine eigene Tennishalle


Wer nach der Einweihung der 9-Platz-Außenanlage meinte, Abteilungsleiter Jochen Scholtis sei jetzt am Ziel seiner Träume angelangt, musste sich eines besseren belehren lassen. Er wollte, dass in Hand das ganze Jahr über – also an 365 Tagen – Tennis gespielt werden konnte. Nach harten Debatten konnten Jochen Scholtis und in seinem Schlepptau Helmut Ruppel den Gesamtvorstand überzeugen und im März 1983 voller Stolz vermelden: „Der Countdown läuft. Jetzt ist nichts mehr aufzuhalten“. Gemeint war die 4-Feld-Tennishalle, die alles in allem noch einmal 1,5 Millionen DM kosten sollte. Der SV Blau Weiß Hand sollte als erster Verein in Bergisch Gladbach eine vereinseigene Halle realisieren.


In der Ausbauphase der Außenanlage hatte man bereits für die beabsichtigte Tennishalle Vorleistungen in Höhe von rund 300.000 DM erbracht (Erschließung, Trafostation, sanitäre Einrichtungen, Umkleidegebäude, Aufenthaltsbereich und Büroraum), zum größten Teil in Eigenleistung.

Im Februar 1983 hatte der BGB-Vorstand des Gesamtvereins in Sachen Tennishalle die letzten verbindlichen Festlegungen getroffen und die Firma Hallenbau Schmitz in Senden beauftragt, das ehrgeizige Projekt umzusetzen. Dr. Hardi Wittrock zeichnet als beauftragter Architekt. Im Vorfeld sind zahlreiche Hallen und Tennisanlagen im wahrsten Sinne des Wortes „abgegrast“ worden, um die dort gemachten Erfahrungen in das eigene Projekt einfließen zu lassen. Ebenfalls hatte man sich an den Erkenntnissen des Bundesinstituts für Sportstättenbau orientiert. Nach Fertigstellung zeigte sich, dass die Hander gut daran getan hatten, so sorgfältig vorzugehen. In grün gehaltener Fassade fügte sich die Tennishalle harmonisch in die Hander Außenanlage und das angrenzende Freizeitzentrum ein.

Die 4-Platz-Halle wurde turniergerecht erstellt, um damit auch dem Turnier- und Leistungssport gerecht zu werden. Dies bedeutet allerdings Mehrkosten zwischen 120.000 und 150.000 DM, da die Halle statt 65 Meter nunmehr 74 Meter lang werden musste. Die von Holzbindern getragene Konstruktion hatte bei der Erstausstattung einen lindgrünen auf Kunststoffunterlage verlegten Velourteppich. Neben diesem Belag waren eine hervorragende, blendfreie und mit Spiegelreflektoren ausgestattete Beleuchtung sowie eine komfortable Luftheizung – sie hält die Temperatur auf durchschnittlich 16 Grad – die herausragenden Qualitätsmerkmale der neuen Hander Sportstätte, sodass ein ungestörter Spielablauf möglich war.

Damit war acht Jahre nach der Gründungsversammlung der Tennisabteilung das vollendet, was sich ein Jochen Scholtis 1975 mit seiner unnachahmlichen Sturheit in den Kopf gesetzt hatte: eine eigene Tennisanlage für den SV Blau Weiß Hand.

Natürlich ist dem vierten Bauabschnitt noch ein fünfter gefolgt, nämlich das Clubheim, aber als ein Projekt des Gesamtvereins.

Die Halleneinweihung

Im September war es dann soweit: Termingerecht zur Wintersaison 1983 stand das schmucke Stück zur Verfügung. 600 Mitglieder strahlten und genossen die offizielle Einweihung am 30. Oktober 1983. Sie stand im Zeichen des zehnjährigen Bestehens des SV Blau-Weiß Hand. Viel Prominenz war erschienen, um die Glückwünsche zu überbringen, die Vorsitzender Franz Josef Blum gerne entgegen nahm. Im Beisein von Bürgermeister Franz Karl Burgmer, Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft gab Blum einen Überblick über die so wechselhafte Geschichte des noch jungen Vereins. Hellster Lichtblick: Die neue Tennishalle.


Während die Alt-Fußball-Internationalen Hans Schäfer, Leo Wilden, Karl-Heinz Thielen und Wolfgang Fahrian im Prominentendoppel mit dem einen oder anderen Kabinettstückchen auf sich aufmerksam machten, musste Architekt Hardi Wittrock als verantwortlicher Architekt den vielen interessierten Anwesenden Rede und Antwort stehen. Mit einer gekonnten Tennisdemonstration konnten anschließend die Jugendtrainer Hans und Dieter Frößler mit ihren Kindern und Jugendlichen gefallen. Großer Applaus kam auf als die Oberligaspieler Harald Kortzfleisch und Ulf Werner – den Handern noch aus dem Redell-Cup bekannt – ihr gekonntes Schlagrepertoire auf den Teppichboden der schmucken Tennishalle zauberten. Dass man es im SV Blau-Weiß Hand verstand, Feste zu feiern, zeigte das anschließende gemütliche Beisammensein. Bei Kölsch und kaltem Buffet verstanden es Promis, Gäste und Mitglieder, noch bestehende Informationslücken im Small Talk zu schließen.

Das Clubheim


Am Samstag, dem 28. Mai 1988 stellte der SV Blau-Weiß Hand die Gesamtsportanlage der Öffentlichkeit im Rahmen einer „Offenen Tür“ vor – mit dem gerade fertig gewordenen neuen Vereinshaus. Der Bergisch Gladbacher Architekt Peter Obernitz, für Planung und Bauleitung verantwortlich, konnte das Haus in siebenmonatiger Bauzeit errichten lassen. „Ziel und Aufgabe der architektonischen Gestaltung war es, die Wirkung eines nachträglichen Anbaus an die Tennishalle nicht erkennbar werden zu lassen“, heißt es in einer Mitteilung des Sportvereins. Der Architekt hat einen dachflächengleichen, nahtlosen Anschluss an die Tennishalle ermöglicht, indem er die neue Dachfläche in beiden Richtungen auffaltete. Die große Dachfläche der Sporthalle wird im Eckbereich mit kleinen Satteldächern aufgelockert. Trotz der geringen Anschlusshöhe in zwei Etagen entstand ein geräumiger Anbau.


Das Erdgeschoß ist an die vorhandenen Umkleideräume der Tennishalle angeschlossen. Durch ein großzügiges weißes Portal betritt man das Foyer des Clubheims. Außerdem sind im Erdgeschoss ein 50 m² großer Gymnastikraum sowie die Geschäftsstelle und eine 100 m² große helle Hausmeisterwohnung untergebracht.

Über ein breites Treppenhaus erreicht man den Gesellschaftsraum, der mit kompletter Küche, Tresen und Nebenräumen einem reinen Schankbetrieb in nichts nachsteht. Eine große Fensterfläche gewährt Einblick in die gesamte Tennishalle. Abgetrennt vom Gastraum ist etwa 30 m² großer Versammlungsraum. Rund um das Obergeschoss zieht sich eine Terrasse, die auch über einen Außenaufgang erreichbar ist.


Nicht nur der Neubau des Clubhauses, sondern die gesamte Anlage bindet sich topographisch und landschaftsgärtnerisch auf städtebaulich hervorragende Weise in das Naherholungsgebiet Diepeschrath/Paffrather Mühle ein.

Mai 2012

Peter Schlösser